Presse

Artikel aus ORH IDEAL IMAGE Juni 2015, ab Seite 9:
http://www.orhideal-image.com/_orhideal/pdf/2015-06-D-IMAGE.pdf

Haarflüsterin

„Ich bin dann mal brünett...“

IMAGE: Sie sind die Koryphäe für Zweithaar-Frisuren. Mit dem schlichten Perückenkauf ist es also nicht getan ?
Ganz richtig. Eine Perücke oder Haarteile sitzen nur dann echt, wenn der Profi sie anpasst. Ich bin Friseurmeisterin geworden, weil ich von Haaren und ihren vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten fasziniert bin. Beim Zweithaar reizt mich die Verbindung von technischem Knowhow und handwerklichem Können. Typgerechte Zweithaarlösungen, wie ich sie gestalte, stimmen mit der Individualität und Persönlichkeit meiner Kundinnen überein. Das wirkt sich auch auf deren Selbstbewusstsein aus und tut der Seele gut.

Warum hat sich Haarzeit.de auf Zweithaarlösungen spezialisiert?
Ich habe einige Jahre in einem Zweithaarstudio gearbeitet. Mich hat dort besonders die Verknüpfung des alten, technischen Handwerks mit der modernen, modisch-kreativen Friseurkunst beeindruckt. Genau daran hält heute auch Haarzeit. de fest. Darüber hinaus ist meines Erachtens ein großer Bedarf an Zweithaarlösungen in Deutschland vorhanden.

Welche Frauen interessieren sich für Zweithaarlösungen von Haarzeit.de?
Zu den Kundinnen von Haarzeit.de zählen überwiegend Frauen, aber auch einige Männer halten mir die Treue. Es sind modisch frisurbetonte Menschen, die einen natürlich vollen Haarersatz wünschen, um sich mit dem auf ihren Typ abgestimmten Haarersatz manchmal jünger, aber vor allem selbstbewusster fühlen zu können. Es ist Ihnen wichtig, nicht nur Haare auf dem Kopf zu haben, sondern eine individuelle Frisur. Schließlich bedeutet Haarverlust oft auch Frisurverlust.

Berät Haarzeit.de auch Krebspatientinnen?
Selbstverständlich zählen auch Krebspatientinnen zu den Kunden von Haarzeit.de. Ich begleite die Kundinnen bis zum ersten Haarschnitt und darüber hinaus.

Was hat Sie dazu bewogen, Mitglied im „Solidarpakt der Friseure für Krebs- und Alopeziepatienten“ zu werden?
Mir ist es wichtig, den kranken, seelisch niedergeschlagenen Frauen Lebensfreude zurückzugeben. Jede von ihnen sollte das Recht bekommen, statt einer fertigen Perücke aus dem Kaufhaus, eine auf den jeweiligen Typ abgestimmte und individuell frisierte Zweithaarlösung zu bekommen. Und genau dafür steht auch der Solidarpakt der Friseure ein.



Aus dem Leben einer Haarteil-Trägerin...

„Am Anfang war es schon etwas ungewohnt, als ich meine neue Haarpracht im Spiegel sah. Ich konnte mir ja vorher nicht so recht vorstellen, wie das Haarteil aussehen würde. Plötzlich Haare in Hülle und Fülle zu haben, wo ich doch zuvor immer bedacht darauf war, dass ja kein Scheitel zu sehen war, und die Haare immer frisch gewaschen und mit Föhn aufgeplustert werden mussten, damit ich halbwegs glücklich mit meiner Frisur sein konnte. Ich hatte immer viele und dicke Haare bis ich mit 19 Jahren zunehmend Haare verlor.

Genetisch bedingter Haarausfall hieß das in der Hautklinik und nach diversen Tests, Wässerchen und Hormonpillen war klar: So richtig in den Griff zu bekommen ist das nicht. Trotz des Preises für das Haarteil stand für mich deshalb dann vor sieben Jahren fest, dass ich etwas unternehmen muss. Mit den neuen Haaren gibt es keine lichten Stellen mehr zu verbergen. Eher hatte ich anfangs Schwierigkeiten, sie zu bändigen und irgendwie in Form zu bringen. Auch das Waschen und durchkämmen war schwieriger als gedacht. Als mir Ulrike Lämmerhirt den Tipp gab, die Haare nass zu kämmen, während die Kur einwirkt, war das Problem schnell behoben und sie ließen sich leicht durchkämmen. Schnell genoss ich die Haare mehr und mehr, und auch die Pflege war einfacher als gedacht. Ich wasche die Haare zweimal pro Woche und lasse sie über Nacht an der Luft trocknen, da ich sie durch Föhnen möglichst wenig strapazieren will. Nach dreieinhalb Jahren war das erste Teil arg abgenutzt, so dass ich beim zweiten Mal gleich zwei gleiche Teile bestellte, die ich im Wechsel trage. Sie halten nun schon vier Jahre und ich denke, ich kann sie noch eine Weile tragen. Es ist eine natürlich eine Investition am Anfang, aber das Teil, das gerade nicht „in Betrieb“ ist, kann wesentlich besser beim Friseur gepflegt werden, als wenn man es permanent trägt. So halten beide Teile, denke ich, wesentlich länger.

Insgesamt genieße ich die Haare mittlerweile sehr. Sie sind durch die Permanentbefestigung unbegrenzt strapazier- und einsetzbar, ob beim Sport oder im Urlaub. Ich gehe mit ihnen fast so um wie mit echten Haaren. Ganz selten löst sich einmal ein Punkt der Befestigung nach drei oder vier Wochen, aber in 90 Prozent der Zeit sitzt es bombenfest. Und auch wenn sich ein oder zwei Punkte lösen, konnte ich bislang immer die 6 Wochen bis zum nächsten Friseurbesuch überbrücken. Dann sollte man aber schon gehen, weil es einfach unangenehm wird, wenn das Teil zu viel Freiraum hat, und auch eine gründliche Haarwäsche der eigenen Haare tut sehr gut. Empfehlenswert wäre es, wenn man nicht möchte, dass es jemand weiß, das Haarteil im Urlaub erstmals anbringen zu lassen, so dass die Leute, die einen täglich sehen, nicht allzu überrascht sind. Als Fazit würde ich jedem, der zu dünne Haare hat und sich dadurch unattraktiv fühlt, empfehlen, sich ein – besser zwei – Haarteile zuzulegen. Ganz vergessen kann ich zwar nie, dass es keine echten Haare sind. Aber gerade die Reaktionen von außen, ob von Männern oder Frauen, zeigen, dass man sich selbst viel attraktiver fühlt und auch so wahrgenommen wird. Füllige Haare sind ein echter Hingucker und ganz wichtig für das optische Erscheinungsbild. Das merke ich am positiven Feedback seit ich das Teil trage, und dafür ist es mir jeden Euro wert, den ich dafür ausgeben muss.“